Akupunktur
Im Oktober 2005 wurden die Ergebnisse der weltweit umfangreichsten Untersuchungen zur Wirksamkeit der Akupunktur veröffentlicht. Sie waren im Rahmen der GERAC-Studie mit mehr als 750.000 Patienten durchgeführt worden und zeigen, dass Akupunktur bei chronischen Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen in drei von vier Fällen zu einer deutlichen und lang anhaltenden Schmerzlinderung führt und damit genauso gut oder sogar besser wirkt als herkömmliche Therapien (Medikamente, Krankengymnastik oder Massagen).
Was ist Akupunktur?
Das chinesischen Wort für Akupunktur Zhen Jiu („stechen und brennen“) deutet bereits an, dass es sich hier um eine Behandlung mit Nadelreizen und Wärmeanwendung (Moxibustion) über die Hautoberfläche handelt. Einer 2000 Jahre alten chinesischen Sage nach verdanken wir ihre Entdeckung einem Zufall: Ein Soldat wurde von einem Pfeil leicht verletzt und stellte bald darauf fest, dass nicht nur seine Wunde heilte, sondern auch eine organische Erkrankung, die ihn geplagt hatte.
Akupunktur ist übrigens kein eigenes Therapiesystem, sondern nur ein Teilbereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einer Erfahrungsheilkunde, die sich im Laufe von ca. 4000 Jahren entwickelt hat und mit deren Grundlagen man sich vertraut machen sollte, wenn man wissen möchte, wie Akupunktur wirkt und warum sie wirkt.
Die Traditionelle Chinesische Medizin betrachtet den menschlichen Körper als Mikrokosmos, in dem sich die großen kosmischen Zusammenhänge widerspiegeln. Die Chinesen glauben, dass dieselben Kräfte, die das Universum beherrschen, auch die Natur beseelen und den Menschen bestimmen. Der Mensch wird als Teil des Kosmos verstanden - eingebettet in die universale Rhythmik und gleichsam aufgespannt zwischen Himmel und Erde, zwischen den Polen Yang und Yin. Wesentliche Grundlage des chinesisch-taoistischen Denkens ist die Vorstellung vom ewigen Fließen, von der Veränderlichkeit allen Seins. Das Entsprechungssystem von Yin und Yang besagt, dass alle Naturerscheinungen und alle Lebensabläufe in polarer Wechselbeziehung zueinander stehen, wobei die polaren Grundqualitäten nicht absolut sind, sondern komplementär und ständigem Wandel unterworfen. Der ideale Zustand der Natur ist gegeben, wenn sich die polaren Grundqualitäten in einem harmonischen Gleichgewicht befinden.
TCM und Schulmedizin
Unsere moderne, naturwissenschaftlich begründete Medizin (Schulmedizin) ist eine somatische (auf den Körper bezogene) Wissenschaft. Die gedanklichen Voraussetzungen dafür schuf Isaac Newton im 17. Jahrhundert mit seinem überzeugenden und umfassenden mechanistischen Weltbild, aus dem sich allmählich ein sehr funktionstüchtiges, mechanisches Modell des Körpers entwickelte. Krankheit ist innerhalb dieses Systems mit morphologischen, messbaren Veränderungen verknüpft und wird als eine Fehlfunktion von physikalisch-chemischen und biologischen Mechanismen angesehen, die korrigiert werden muss. Diese Medizin eignet sich vor allem für Krankheiten, die sich in Form von körperlichen Veränderungen manifestieren, also für fortgeschrittene, oft lebensgefährliche Krankheiten.
Im Gegensatz dazu ist die chinesische Medizin eine funktionale Wissenschaft. Das bedeutet, dass bei ihr lebendige Abläufe, Lebensfunktionen - das aktuelle biologische oder psychische Geschehen also - im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Die chinesischen Ärzte verstehen den Menschen als ein energetisches Gefüge. Und das so genannte „energetische Potential“ - die Chinesen bezeichnen es als Qi - durchdringt den Körper, ähnlich wie Flüsse oder Bäche eine Landschaft durchströmen. Nach der Erfahrung der alten Ärzte fließt das Qi in bestimmten Bahnen, die wir als Leitbahnen oder Meridiane kennen. Diese Meridiane bilden ein komplexes System, das die Energie (Qi) im ganzen Körper verteilt und sämtliche Körperfunktionen reguliert.
Krankheitsbegriff der TCM
Nach chinesischer Vorstellung beruhen die meisten Erkrankungen auf Störungen im harmonischen Fluss des Qi, die sich als Überfülle, Schwäche oder Blockade im Organsystem und in den Meridianen äußert.
Eine Schwäche- oder auch Leerestörung, (chinesisch Xu) führt zu einer unzureichenden Funktion der entsprechenden Organe, zum Beispiel des Darms, der die Nahrung dann nicht vollständig verdauen kann. Eine allgemeine Schwäche der Lebensenergie im Körper äußert sich in vielfältigen Schwächesymptomen wie Müdigkeit, verminderter Aktivität, Blässe, kalten Händen und Füßen, übermäßigem Frieren und niedrigem Blutdruck. Auch depressive Verstimmungen mit Energielosigkeit und Antriebsmangel gehen meist auf eine Schwäche der Lebensenergie zurück.
Eine Überfülle an Lebensenergie ist die zweite wichtige Störung im Fluss des Qi. Der dadurch entstehende Yang-Zustand führt zu einer überschießenden Funktion der entsprechenden Organsysteme. Die körperlichen Symptome für eine solche Füllestörung sind Spannungsgefühle, Blutfülle, Rötungen sowie akute, stechende oder krampfartige Schmerzen. Innere Unruhe, Nervosität und Übererregung sind ihre psychischen Auswirkungen.
Das Meridiansystem
Das Meridiansystem besteht im Wesentlichen aus zwölf Hauptmeridianen und acht „außerordentlichen“ Meridianen, von denen die eine Hälfte (sechs Hauptmeridiane, vier außerordentliche Meridiane) dem Yang und die andere dem Yin zugeordnet ist. Die sechs Yang-Meridiane stehen mit den Hohlorganen Magen, Dünndarm, Dickdarm, Gallenblase und Blase sowie mit dem Funktionsorgan Dreifacher Erwärmer (chin. San Jiao) in Verbindung. Die sechs Yin-Meridiane sind den so genannten Speicherorganen Lunge, Herz, Perikard, Leber, Milz und Niere zugeordnet. Hier wird bereits deutlich, dass die Akupunkturlehre über die Meridiane funktionelle Brücken zwischen den verschiedenen, durchaus nicht benachbarten Organen und Geweben spannen kann.
Die Meridiane verlaufen, paarweise nach Yin- und Yang-Qualitäten geordnet, in Längsrichtung an Armen und Beinen und bilden zusammen das Raster der Akupunktur, so eine Art Landkarte, über deren Einzelheiten sich der Anwender in einem Akupunkturatlas informieren kann. Eine anatomische Entsprechung für die Meridiane ist bis heute nicht nachweisbar. Jedoch kann der Patient nach einem Akupunktureinstich oft eine strahlende Empfindung entlang des Meridians verspüren. Dieses Phänomen nennen wir „de Qi“
Was sind Akupunkturpunkte?
Schon vor mehr als 2000 Jahren wurde beschrieben, dass eine Einflussnahme auf den Fluss des Qi durch Einwirkung von außen möglich ist, und zwar über bestimmte Zugangspunkte beziehungsweise „Öffnungen“ in der Haut, die als Akupunkturpunkte bezeichnet werden. Akupunkturpunkte kann man sich wie markierte Punkte auf einer Landkarte vorstellen. Wenn die Meridiane beispielsweise Flüsse sind, sind die Akupunkturpunkte Orte, die an diesen Flüssen liegen. An manchen Stellen liegen die Orte ganz dicht zusammen, an anderen tauchen sie eher vereinzelt auf. Wo Orte sind, hat man Zugang zum Fluss (in Form von Häfen, Anlegestellen, Uferpromenaden, Brücken etc.). Und wo Akupunkturpunkte liegen, hat man Zugang zum Fluss des Qi in dem jeweiligen Meridian. Ziel der Behandlung ist, diesen Fluss zu regulieren, wobei die therapeutische Absicht jeweils an die diagnostische Aussage anknüpft. Im einen Fall geht es beispielsweise darum, Blockaden zu lösen, während es im anderen erforderlich ist, den Qi-Fluss zu kräftigen oder krankhaftes Qi aus dem Körper auszuleiten.
Wir kennen mehr als 362 klassische Akupunkturpunkte, aber es gibt noch eine Vielzahl von Punkten außerhalb der Meridiane (PAM-Punkte). Neuere Forschungen haben einige interessante Erkenntnisse bezüglich anatomischer und physiologischer Besonderheiten der Akupunkturpunkte erbracht:
Die Akupunkturpunkte, welche die Basis des Systems bilden, sind zu einem hohen Prozentsatz (nach Melzack zu 71 Prozent) identisch mit der anatomischen Lage so genannter Trigger-Punkte (= schmerzhafte, übererregbare Stellen in verkürzten und verhärteten Muskelfaserbündeln).
Die segmentalen Maximalorte nach Head und Mackenzie zeigen deutliche Übereinstimmungen mit den Erfahrungen der Akupunktur.
Eine anatomische Besonderheit der Akupunkturpunkte wurde von Professor Heine, Anatom an der Universität Witten-Herdecke, nachgewiesen: Akupunkturpunkte befinden sich an Durchtrittsstellen von Nerven-Gefäßbündel durch die oberflächliche Körperfaszien.
Psychosomatik der Fünf-Elemente Lehre
Den „Fünf Elementen“ (Wasser-Holz-Feuer-Erde-Metall) werden fünf Organ- und Gewebssysteme zugeordnet...
((Uebersicht Anfang))
Element Organ Gewebe
Wasser Niere Knochen
Holz Leber Sehnen
Feuer Herz Gefäße
Erde Milz Muskel
Metall Lunge Haut
((Uebersicht Ende))
... und auf der psychischen Ebene fünf Emotionen.
((Uebersicht Anfang))
Organ Emotion
Niere Angst/Schreck
Leber Zorn und Wut
Milz Grübeln und Besorgnis
Lunge Traurigkeit und Resignation
Herz Freude
((Uebersicht Ende))
Die Behandlung eines Meridians ermöglicht also sowohl eine Beeinflussung der jeweiligen Region und der Muskel, über die er verläuft, als auch des zugeordneten Organs und seiner psychischen Entsprechung. Außerdem können klare Bezüge zwischen bestimmten körperlichen und bestimmten psychischen Funktionen hergestellt werden. So öffnen sich Wege, körperliche und psychische Aspekte miteinander zu vernetzen, wie sie die Psychosomatik immer noch sucht.
Wann hilft Akupunktur und wie wirkt sie?
Folgende Wirkungen der Akupunktur können heute als verifiziert gelten: - die analgetische, -die vegetativ regulierende, -die psychisch harmonisierende, -die motorisch aktivierende und -die das Immunsystem modulierende Wirkung.
Bei vielen Erkrankungen ist die Akupunktur schulmedizinischen Therapien klar überlegen. Aus der Grundlagenforschung ist bekannt, dass durch Akupunktur vermehrt so genannte „endogene Opiate“ ausgeschüttet werden. Dabei handelt es sich um vom Körper selbst gebildete hormonartige Eiweiße mit schmerzhemmender Wirkung - sowohl im Gehirn als auch am Ort des Schmerzes selbst.
Vereinfacht kann man dies etwa so erklären: Das Eindringen eines spitzen Gegenstandes in den Körper stellt meist eine akute, oftmals lebensbedrohliche Bedrohung für den Körper dar. Bei der Akupunktur wird dieser Reiz jedoch nur mit ganz feinen ungefährlichen Akupunkturnadeln ausgeübt, die keine vitale Bedrohung für den Körper darstellen. Dennoch werden Mechanismen der Schmerzverarbeitung, Widerstandsfähigkeit, psychischen Stabilität und Wundheilung ausgelöst und bei wiederholter Anwendung sozusagen trainiert. Dabei wird die körpereigene Cortison- und Opiatproduktion angeregt, was einerseits der Entzündungs- und Allergiehemmung sowie der allgemeinen Leistungssteigerung dient und andererseits zur Schmerzreduzierung und Entspannung des Nervensystems beiträgt. Auch die Bildung von Serotonin und weiteren antidepressiven Substanzen - salopp als „Glückshormone“ bezeichnet - wird gesteigert.
Viele Wirkungen der Akupunktur sind seit Jahrhunderten bekannt. Leider sind bisher nur wenige davon wissenschaftlich erforscht, da einerseits noch zu große Berührungsängste seitens der westlichen Wissenschaft bestehen und andererseits viele der bereits durchgeführten Studien methodische Mängel aufweisen.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass folgende Erkrankungen sehr gut auf Akupunktur ansprechen und eine hohe Chance auf Besserung und sogar Heilung haben:
Atemwegserkrankungen: Sinusitis, Rhinitis, Pharyngitis, Bronchitis, Asthma, Heuschnupfen
Augenerkrankungen: Konjunktivitis, Katarakt, Makuladegeneration, Retinitis
Magen-Darm-Erkrankungen: Gastritis, chronisches Ulcus duodeni, Verstopfung, Diarrhoe, Übergewicht
Neurologische Erkrankungen: Migräne, Trigeminusneuralgie, Interkostalneuralgie, Fazialisparese, Kopfschmerzen, Ischialgie, Lähmungen nach Schlaganfall
Orthopädische Erkrankungen: Schulter-Arm-Syndrom, Halswirbelsäulen (HWS), Brustwirbelsäulen (BWS)- und Lendenwirbelsäulen (LWS)-Syndrom, Lumbalgie, Tennisellbogen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Arthrosen
Psychovegetative Erkrankungen: nervöse Unruhezustände, Schlafstörungen, Prüfungsangst, vegetative Dystonie, psychosomatische Beschwerden
Suchterkrankungen: Rauchen, Esssucht, Drogensucht
Andere Formen der Akupunktur, auch ohne Nadeln
Ohrakupunktur. Die Ohroberfläche bildet eine Zone, auf der alle Organe des Körpers abgebildet sind. Etwa 110 Punkte am Ohr werden für Diagnose und Therapie herangezogen.
Neue Schädelakupunktur (YNSA) nach Yamamoto. Diese besondere Form der Akupunktur im Bereich der Stirn und Schläfen ist vor allem bei Schmerzen, Lähmungen, Sprachstörungen und zerebralen Leiden in Verbindung mit Elektrostimulation wirkungsvoll.
Mundakupunktur nach J. Gleditsch. In der Mundschleimhaut befinden sich Punkte und Zonen, die mit den zwölf Hauptmeridianen korrelieren. Sie ergeben ein vollständiges Bild aller Funktionen des Organismus.
Su Jok-Akupunktur. Sie basiert auf der Annahme, dass sich alle Strukturen des Organismus auf Hände und Füße projizieren lassen, einschließlich der Hauptmeridiane und des Chakrensystems. Die Repräsentationsfelder an Händen und Füßen stehen in einer Reflexbeziehung zu den betreffenden Arealen am Körper. Die Su-Jok-Akupunktur vereint zwei Systeme: das Energie-Versorgungssystem (Leitbahnen, Chakren) und das holografische System des Körpers (verschiedene Projektionssysteme).
Laserakupunktur. Hier werden die Reize nicht mit Akupunkturnadeln, sondern mit einem Lasergerät gesetzt.
Farbakupunktur nach Peter Mandel. Eine ganzheitliche Therapieform, bei der farbige Frequenzen mittels Kaltlicht auf bestimmte Akupunkturpunkte bzw. Zonen appliziert werden. Die Information der entsprechenden Lichtschwingung setzt regulierende Impulse frei, die Körper, Geist und Seele beeinflussen.
Akupressur/Shiatsu. Shiatsu bedeutet „Fingerdruck“. Hier werden Meridiane und Akupunkturpunkte mit Fingerdruck behandelt. In letzter Zeit werden vereinfachte Formen der Akupressur (Klopf-Akupressur, Emotional Freedom Techniques) auch in der Psychotherapie und als Selbsthilfestrategien bei Ängsten und anderen psychischen Störungen eingesetzt.
ECIWO (Embryo Contains Information of the Whole Organism). Forschungen von Prof. Zhang ergaben, dass die Abschnitte eines menschlichen Röhrenknochens mit den verschiedenen Bereichen des ganzen Körpers korrespondieren. Der gesamte Körper kann demnach über Punkte entlang des Röhrenknochens behandelt werden.
Augenakupunktur. Die Stimulation von Akupunkturpunkten, die bei Augenerkrankungen besonders wirkungsvoll sind. Bei der Augenakupunktur nach Professor Boel werden auch Akupunkturpunkte aus dem ECIWO-Akupunktursystem und der Su Jok-Akupunktur verwendet.
Neue Punktuelle Schmerz- und Organtherapie (NPSO) nach Siener. Hier werden Areale im Bereich des Unterschenkels und am Fuß behandelt, auf denen sich der Körper mit seinen Organen abbildet. Durch Stimulation bestimmter Punkte in diesen Zonen können vor allem Schmerzerkrankungen behandelt werden.
Moxibustion. Das Stimulieren eines Akupunkturpunktes durch Erwärmung - mit einer speziellen Akupunkturnadel, an deren Ende ein Stück Moxawolle befestigt und angezündet wird, oder mit Kegeln beziehungsweise „Zigarren“ aus getrocknetem Beifuss, der, wenn er glimmt, eine milde, angenehme Wärme ausstrahlt. Moxibustion stärkt das Yang. Es vertreibt Kälte, löst Feuchtigkeit aus den Meridianen und bringt stagnierendes Qi wieder in Bewegung. Man unterscheidet zwischen einer direkten und mehreren indirekten Varianten der Moxibustion, wobei die direkte in Europa kaum angewendet wird.
Selbstbehandlung mit Moxibustion
Die folgenden Methoden der indirekten Moxibustion eignen sich auch zur Selbstbehandlung. Ihr Arzt wird Ihnen die Methode erläutern und die entsprechenden Akupunkturpunkte mit einem wasserfesten Filzstift auf Ihrer Haut markieren.
Behandlung mit Moxakegeln
Sie brauchen eine frische Ingwerwurzel und Moxakegel (im Fachhandel erhältlich).
Schneiden Sie aus der frischen Ingwerwurzel eine ein bis zwei Millimeter dicke Scheibe und stellen Sie einen Moxakegel darauf.
Zünden Sie den Moxakegel an der Spitze an und stellen Sie ihn mit der Ingwerscheibe auf die erste markierte Hautstelle.
Allmählich dringt eine große Wärmemenge in die Tiefe des Gewebes.
Wenn Sie ein Hitzegefühl am Akupunkturpunkt verspüren, schieben Sie die Ingwerscheibe mit dem Moxakegel zum nächsten Punkt - und nach kurzer Behandlungszeit zum übernächsten.
Erhitzen Sie jeden Akupunkturpunkt sechs bis acht Mal. Bei richtiger Anwendung wird auf jedem Punkt eine Rötung von ein bis zwei Zentimetern Durchmesser sichtbar.
Achten Sie beim Verschieben der Ingwerscheibe mit dem brennenden Moxakegel darauf, dass die Haut nicht verbrennt.
Behandlung mit „Moxazigarren“
Sie brauchen in dünnes Papier gerollte Moxastangen, so genannte Moxazigarren (im Fachhandel erhältlich).
Zünden Sie eine Moxazigarre an einem Ende an, bis sie glimmt, ähnlich einer normalen Zigarre.
Nähern Sie sich dem ersten ausgewählten Akupunkturpunkt auf einen halben bis einen Zentimeter, bis Sie ein deutliches Hitzegefühl verspüren.
Nehmen Sie die Zigarre dann etwas weiter weg (3 bis 4 cm) und nähern Sie sie nach kurzer Zeit wieder der Haut, bis Sie erneut ein Hitzegefühl wahrnehmen.
Wärmen Sie jeden Punkt 30 bis 40 Sekunden lang kräftig an und wiederholen Sie den Vorgang sechs bis acht Mal, bis eine deutliche Rötung sichtbar wird.
Achten Sie darauf, die Haut keinesfalls zu verbrennen.
Portrait
Dr. med. Patricio Novoa Lill (Internist, Naturheilverfahren) verstarb 2007 im Alter von 45 Jahren bei einem Autounfall. Er war zuletzt Chefarzt der Kneipp’schen Stiftungen (Gründungshäuser Sebastian Kneipps – Sebastianeum, Kneippianun, Familien&KindHaus) in Bad Wörishofen. Seine Schwerpunkte war neben der Kneipp-Medizin vor allem Akupunktur/TCM, Schmerztherapie, Prävention und Rehabilitation sowie biologische Tumortherapie und Psychosomatische Medizin.


